Bauarten von Pergola und Laube
angelehnte und freistehende Pergolen, Klettergerüste und Lauben
Klettergerüste zur Fassadenbegrünung, Gartengestaltung und Raumgliederung -
mit Polygrün-Kletterhilfen optimal vorgerichtet zum Bewuchs mit Kletterpflanzen

Zum Firmenportät "T.B. Fassadenbegrünung"

Definition:
Der Begriff "Pergola" leitet sich vom lateinischen Wort "pergula" ab und bezeichnet einen von Pfeilern bzw. Säulen flankierten offenen Vor- oder Anbau, der häufig einen Übergang vom Haus zur Terrasse darstellte.
Darüber, ob in der Antike, Pergolen beachtenswert häufig begrünt wurden, kann man wohl nur spekulieren. Es war jedenfalls miunter der Fall.
M.E. entwickelte sich die begrünte Pergola spätestens im Zeitalter der Renaissance zu einen häufig gebräuchlichen Gartenelement. Damit begann wohl auch der Trend, diverse freistehende Klettergerüste zur "Berankung" vereinheitlichend als "Pergolen" anzusehen. Der Bau und die Begrünung geeigneter Klettergerüste, aber auch aller möglicher anderer "Unterlagen" (z.B. Zäune), erfreut sich seitdem steigender Beliebtheit.

Pergola, Laube und sonstige Klettergerüste heute

Pergola über Terrasse mit Wisteria sinensis/Blauregen
Begrünte Pergola um und über Terrasse


Pergola mit Bougainvillea in San Francisco
Bougainvillea auf Pergola über einem Eingang

Aktuell wird umgangssprachlich wohl so ziemlich jedes irgendwie offene und halbwegs begrünbare Stabtragwerk als Pergola bezeichnet - das fängt beim Rosenbogen an, umfasst überdachte Carports und endet bei hausähnlichen Lauben. (Vgl.: Google Bildsuche)

Ich will hier jedoch keine Begriffe klären, sondern Anregungen für die erfolgreiche Realisierung begrünter Klettergerüste geben, egal ob die korrekt "Pergola" genannt werden dürfen oder nicht.
Dabei möchte ich mich auf das Prinzipielle beschränken. Interessante Detailaspekte z.B. hinsichtlich Gestaltungen, Werkstoffen, interessanten Materialkombinationen (z.B. Naturstein - Stahl/GFK; Klinker - Holz usw.) aller möglicher Formen der Klettergerüste erfordern so ausführliche Darstellungen, dass ich dazu auf entsprechende Literatur verweise. U.a. sind empfehlenswert:
  • Köckert, Helge: "Schöne Gartenhäuser und Lauben", Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1995
  • Niederstrasser, Spalink-Sievers, Weddige: "Gartenhaus, Laube, Pergola. Der geschützte Platz im Garten", Callwey Verlag, München 1991

Allgemein stelle ich in der Praxis fest, dass Vieles, was eine begrünbare Pergola darstellen soll, begrünungstechnisch "ziemlich daneben" ist. Die gängigsten Schwächen sind:

  • Stützen oder Pfeiler und tragende aufliegende Profile sind so dick, dass sie nur bedingt von Gerüstkletterpflanzen bewachsen werden können
  • Ausfachungen, die diesen Mangel beheben könnten, fehlen, sind falsch dimensioniert und/oder falsch angeordnet
  • Es werden Profilformen und/oder Werkstoffe eingesetzt, die nicht optimal bewachsen werden können
  • Feingliedrige Stahlstrukturen (marktgängige Rankgitter und Rankbalken) sind zu eng für den Bewuchs mit starktriebigen und/oder schlingenden Kletterpflanzen
  • Holz wird durch den Bewuchs derart dem Zugriff entzogen, dass Erneuerungen des Holzschutzes unterbleiben (müssen).

Begrüntes Klettergerüst als Denkmal Klettergerüst "Haltepunkt Massing"*
mit mangelhafter Pflanzeneignung

Gefunden im Länderbahn-Forum
Dort auch Projektbeschreibung
mit großem Bild
Bildfreigabe durch Webmaster
Jürgen Riedl

Abhilfe lässt sich in optimaler Weise erreichen, indem man die tragenden Elemente von Kletterüsten (Pergolen) aus Holz, Stahl oder Stein mit geeigneten GFK-Profilen oder fertigen Kletterhilfen ausfacht. Das gilt gleichermaßen für aufstrebende Flächen (Wände), wie für horizontale, bzw. schwach geneigte Abdeckungen. Auch gewölbte Flächen sind mit GFK-Profilen realisierbar. (Beispiel)

Der Einsatz von GFK-Profilen bietet sich an, weil selbst kleine Profildurchmesser, die von KLetterpflanzen gut erklommen werden, fest und dauerhaft beständig sind. Im Gegensatz zu ähnlich filigranen Seilverspannungen verteilen sie Zusatzlasten gleichmäßig.

Verbesserungs-
möglichkeiten:

Ausfachung zecks besserer Begrünung mit Kletterpflanzen
Ausfachung mit GFK-Rundprofilen (Prinzip)

Durch die Ausfachung mit belastbaren Profilen werden die häufig nur umrahmten Flächen für einen Bewuchs mit Kletterpflanzen derart vorgerichtet, dass dieser nicht mehr entlang schlecht erkletterbarer Stützen und Träger wachsen muss.
Die Darstellung rechts stellt eher ein Sichtschutzelement dar, als eine Pergola. Wenn eine offenere (transparentere) Lösung gewünscht wird, sollten Ausfachung und Bewuchs auf einzelne, ggf. zusätzlich schmalere Zwischenräume konzentriert werden.

Pergola u.ä - ausfachende Rankgitter geben Kletterpflanzen Halt
... für Sichtschutz durch Kletterpflanzen

Ein typisches Merkmal der heutigen Pergola ist die offene, häufig durch eine Balkenlage gebildete Abdeckung. Bei einer freistehenden einzügigen Pergola wird dies i.d.R. durch aufgesetzte Reiter aus kurzen Balkenstücken angedeutet. (Bild rechts)
Querverbindung solcher Reiter (oder auch flächiger Balkenlagen) verbessert deren Stabilität deutlich und ermöglicht dem Bewuchs jenen natürlichen Halt, den Balken alleine nicht gewährleisten. Die eleganteste Lösung stellen Rundprofile dar, die die Balken (bessser wären Rundhölzer) durchdringen.

Holzpergola mit Reitern
Prinzip einer Holzpergola mit querverbundenen Reitern
Pergola mit aufliegender Ausfachung aus GFK-Stäben
Aufliegende Polygrün-Rautenmatte

Eine andere (und wesentlich einfachere) Methode zur Verbesserung einer Pergola ist das Auflegen einer Gitterstuktur. Bei der Pergala links im Bild wurde dafür eine Polygrün-Kletterhilfe mit lichter Rautenstruktur gewählt.
Dadurch wird erreicht, dass selbst eine filigrane Schlingpflanze wie Lonicera henryi sich über der Balkenlage ausbreitet und nur selten einzelne Triebe herabhängen. Auch Kletterpflanzen, die von solchen Balken aus vorhangartig herabhängen würden, durchdringen eine solche Ausfachung nach unten hin nur selten.
Ein unbeabsichtigter, aber oft positiver Nebeneffekt dieser Maßnahme ist, dass die Pergola dadurch oberseitg bedingt "begehbar" wurde. Man kann sich durchaus auf die Kreuzungspunkte der Stäbe stellen, ohne dass diese bleibend verformt werden.

Weitere Beispiele für einfach herzustellende Rankgerüste
bzw. freistehende Pergolen (Prinzipdarstellungen)

Klettergerüst für Kletterpflanzen - "Nur-Dach-Konstruktion"
Eine "Nur-Dach-Konstruktion" -
eher etwas für den Ost- oder Gemüsegarten...
(Bohnen, Gurken usw.)
Klettergerüst, Laube, Pergola - ähnlich Carport
"Carportähnlich", geschlossen -
z.B. zur Einhausung von Reststofftonnen -
offener gut als Freisitz im Garten geeignet.
Klettergerüst, Laube, Laubengang mit gewölbtem Dach
Laube (Pergola) mit gewölbter Abdeckung;
wie oben nutzbar, aber auch (offener und ggf.
länger) als Laubengang geeignet.
Laube - Polygrün "Iglu"
Laube - Polygrün Iglu
komplett aus GFK-gefertigt
Mehr Informationen

Wirklich nützliche Pergolen im "gemäßigten" Klima ...

Die Überschrift vermittelt schon, dass ich Pergolen und Klettergerüste, die vorgeben eine Pergola zu sein, zwar als "ganz nett", aber nicht immer als sehr nützlich ansehe.
Sicher erfüllen die bisher im Prinzip betrachteten Konstruktionen sinnvolle Funktionen (z.B. gartenarchitektonischer Art), aber als professioneller Fassadenbegrüner bin ich nun mal der Hausbegrünung besonders verbunden. Ich bevorzuge daher gebäudeverbundene (angelehnte) Pergolen über Terasse, Balkon oder Dach(garten). Im Garten kann man sich hierzulande - wenn die Sonne wirklich mal stören sollte - auch unter einen (Obst)Baum oder Schirm setzen....
Im mitteleuröpäischen Klima ist die Nutzungsdauer einer Pergola leider recht beschränkt. Die Fläche unter dem Bewuchs bleibt häufig nach Regenfällen zu lange feucht und wird im Winter oft als zu dunkel empfunden. In unserem gemäßigten Klima sollte deshalb der Bewuchs von Pergolen (insbesondere solchen, die dem Haus angelehnt sind und auch Fenster verschatten) licht (durchlässig für Licht und Strömung) gehalten werden und durch eine sehr schnittverträgliche, langsamer wachsende Kletterpflanze erfolgen. Günstig ist auch eine kürzere Vegetationsperiode, wie sie z.B. die Weinrebe (Vitis vinifera) aufweist.
Aufwändige Pergolen rechtfertigen sich bei uns in Deutschland, wenn solche Empfehlungen missachtet werden, sehr viel weniger durch "Bewohnbarkeit", als durch "Genuss durch Betrachtung" von außen. Verständlicherweise sieht man daher an deutschen Häusern inzwischen häufiger Wintergärten als Pergolen. Sie bieten oft mehr Nutzen bei weniger Pflege.

Pergola zur Verschattung mit Kletterpflanzen
Zweckmäßige Pergola zur Verschattung von Fenstern und Abschirmung der Sitzplätze

Das Foto links repräsentiert jedoch auch anderes:

  • 1.) Auch in unseren Breiten gibt es etliche durchaus sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für begrünte Pergolen. Diese wurde errichtet, um raumhohe Südwestfenster eines kleinen Cafes zu verschatten. Ohne diese Maßnahme war an sonnigen Tagen das Raumklima in Fensternähe unerträglich. Gleichzeitig wurde durch die Pergola eine wirksame Abschirmung der Außengastronomie zur direkt angrenzenden Straße realisert.
  • 2.) Wie man Pergolen hierzulande eher nicht bepflanzen sollte. Vor allem die starkwüchsige Clematis montana sollte nicht - oder nur nach der Blüte - geschnitten werden und eignet sich daher weniger gut für Pergolen. Wir empfehlen für eine Pergola an eher regenreichen Standorten einen möglichst ganzjährig schnittverträglichen oder schwachwüchsigen und eher holzigen Bewuchs, also z.B. Ampelopsis, Kletterrosen, oder eine Vitis-Art. I.d.R. empfehlen wir Rankpflanzen oder Spreizklimmer.
  • Pergolen oder ähnlich konstruierte Klettergerüste können auch dazu dienen, unansehnliche Einrichtungen optisch attraktiv zu verhüllen. Die Um- oder Übergrünung mit Kletterpflanzen ist dazu besonders geeignet, da sie nur sehr wenig Platz in Anspruch nimmt.

    Das Bild rechts zeigt im oberen Bereich ein Polygrün-Rankgerüst, dessen tragende Elemente aus rohrverstärkten drei- und viereckigen Ranksäulen, sowie flachen Kletterleitern bestehen. Diese Ständer sind fachwerkartig ausgesteift und durch Rankgitter mit einer Rautenstruktur verbunden. Der obere Teil umhüllt zwei Abluftschächte so, dass ihre störende Wirkung auf einen aufwändig gestalteten Dachgarten erheblich gemindert wird. Mehr zu diesemm Projekt siehe: Dachgarten Springer, Berlin.

    Klettergerüst, fast freistehend - verschiedene Rankelemente
    Umhüllendes Klettergerüst mit Durchgang auf Dachgarten; seitlich darunter: Zuleitung von Bewuchs aus natürlichem Boden

    In wärmeren trockeneren Klimaten ist der Nutzwert einer Pegola prinzipiell sehr viel höher.
    Schon an den Nordküsten des Mittelmeeres stellt der Raum unter einer begrünten Pergola fast gänzjährig Wohnraum dar, in Gegenden mit trockenen subtropischen Klima ist er es immer. Leider sind aber auch dort die Pergolen großteils weder kletterpflanzengerecht noch pflegeleicht konstruiertWo das Klima es gestattet, eine Vielzahl der Tage im Freien zu verbringen, sollte mehr Wert auf hochwertige Pergolen gelegt werden. Damit lässt sich nicht nur zusätzlicher wertvoller Wohnraum schaffen, sondern auch das Klima innerhalb der Gebäude deutlich verbessern. Dies gilt auch für trockene subtropische Gebiete (Afrika, Asien, Mittelamerika) wo die Bauwerksbegrünung in rasch wachsenden Städten einen besonders hohen Stellenwert erlangen sollte.

    Pergola - traumhafte Pergolen am Haus
    Traumhafte Hausbegrünung mit Kletterpflanzen (Rosen, Campsis) an Pergolen (Cote d'Azur)

    * Klettergerüste als Denkmal, bzw. Ersatz für Kulturdenkmale

    Das oben abgebildete Klettergerüst am "Haltepunkt Massing" in Bayern ist ein eher unbekanntes Beispiel für eine Form der Erinnerung an ehemals vorhandene Bauwerke, deren Erhalt nicht möglich ist. Die ersatzweise Herstellung einer Biotektur ist in diesem Fall eine besondere Form der Denkmalpflege.
    Ein besonders bekanntes Beispiel derartiger Anwendungen von Kletterhilfen ist der MFO-Park (Zürich) in dem die Halle der Maschinenbaufabrik Oerlikon als begrüntes Klettergerüst wieder erstanden ist. Der durch ein begrüntes Stahlgerüst gebildete Raum wird für kulturelle Zwecke genutzt.
    Obwohl ich das Projekt aus einer frühen Planungsphase kenne, fand ich bisher keine Gelegenheit, mir das Resultat selbst anzusehen. Die beiden folgenden Bilder sind daher der freien Enzyklopädie Wikipedia emtnommen.

    Rankgerüst MFO-Park; Außenansicht    Maschinenfabrik Oerlikon als begrüntes Rankgerüst
    Fotos: Nachbildung der Halle der Maschinenfabrik Oerlikon, Zürich; Außen- und Innenansicht.
    Die Bilder stehen unter der GNU Free Documentation License.
    Mehr Informationen zum Begrünungsprojekt siehe: Wikipedia, Artikel: "MFO-Park".

    Technisch ähnlich stellte sich auch der rumänische Pavillion auf der Expo 2000 dar. Allerdings erforderte dieses temporäre Bauwerk keine wirklich pflanzengerechte Ausführung der Ausfachungen. Für die kurze Standzeit genügten Drähte, an denen hunderte - auf verschiedenen Ebenen übereinander stehende - Efeus aufgebunden werden konnten.

    © Thorwald Brandwein

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