Efeu ist ein heimischer Haftwurzelkletterer. Man darf davon ausgehen, daß er seit
jeher menschliche Behausungen vor Witterung und Sicht geschützt hat. Als Heilpflanze kennt
man Efeu schon seit der Antike. Man nutzte Wurzel, Blätter und Früchte oder Extrakte innerlich und
äußerlich. Auch heutzutage wird Efeu-Extrakt u.a. bei Atemwegserkrankungen und als Komponente
von Hautpflegemitteln eingesetzt.
Da Efeu (wirklich) immergrün ist,
und sich sehr dicht und ausladend entwickelt, erfüllt er Schutzfunktionen (Niederschlag, Wind, Sicht) wie keine andere
Kletterpflanze. Sowohl von seinen Standortansprüchen her, als auch aufgrund bauphysikalischer Wirkungen sollte Efeu an nördlich bis westlich orientierte Fassaden gepflanzt werden.
Allerdings muß bei aktuellen Begrünungsmaßnahmen sorgfältiger als je zuvor geprüft werden, ob Efeu an
der betreffenden Fassade zum Einsatz gelangen darf.
Die Erläuterung aller Schadenspotentiale - insbesondere bei Verwendung von Hedera helix würde den Rahmen einer Beschreibung
und grundsätzlicher Verwendungshinweise sprengen. Hierzu sei ergänzend auf die
"Richtlinie zur Planung, Pflege und Ausführung von Fassadenbegrünungen
mit Kletterpflanzen" (FLL 2000) verwiesen.
Sehr viele Schäden in Verbindung mit Efeu resultieren aus der Unterschätzung
des Wuchsvermögens - teilweise auch des daraus resultierenden Gewichtes. Der Hinweis, dass Efeu keinen intakten Putz oder fachgerecht verfugtes
Mauerwerk schädigt, ist richtig, stellt aber auch dann keinen generellen Freibrief zur
Efeuverwendung dar, wenn die Wand bestens "efeugerecht" ist. An und über
Fassaden gibt es auch anderes als eine Oberfläche, z.B. das Dach - oder wie im Bild
rechts - eine Turmuhr in einer Höhe, die deutlich über der Firsthöhe vieler mit
Efeu bewachsener Gebäude liegt ...
Darüber, ob jede "Verunzierung" einer Mauer oder Fassade durch Haftwurzeln als Schaden anzusehen ist, kann man m.E. streiten. Sie ist eine (i.d.R.) unabdingbar mit einer Bauwerksbegrünung mit Efeu verbunden und als Bestandteil einer solchen ebensowenig ein Schaden,
wie z.B. Mörtel an vermauerten Steinen einen solchen darstellt. "Ohne funktioniert es eben nicht!" |
 Die Freiwillige Feuerwehr in
Bachmanning (Österreich) kürzt
periodisch diesen Efeu. Im Archiv
wird vom Schnitt 2003 berichtet.
Ich danke Webmaster Peter Reischl
für die Überlassung dieses Fotos.
 Gepflegte Hausbegrünung mit dominierendem Efeu und dazwischen langsam verkümmerndem Wildem Wein.
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Nur wenn ein Efeu (oder anderer Selbstklimmer) entfernt wird, zeigt sich diese dann nachteilige Wirkung selbstklimmender Begrünungen. Die dann störenden Haftwurzeln (ggf. auch Haftscheiben) haben seinerzeit eine ausgesprochen preiswerte Hausbegrünung ermöglicht. Die Verunreinigung durch Haftorgane alleine dürfte man also nur dann als Schaden ansehen, wenn sich die gesamte Begrünung nicht bewährt, bzw. bezahlt gemacht hat, bzw. macht. Dies ist leider häufiger der Fall - immer dann, wenn ein Efeubewuchs begründet "vorzeitig" (bereits nach wenigen Jahren) entfernt wird und erst recht, wenn er bereits dann aufwändig zu behebende Spuren hinterlassen hat.
In den meisten Fällen resultieren wirkliche Probleme mit Efeu, die zu dessen Entfernung führen, aus der Unterschätzung seiner potenziellen Größe. Entweder bewächst er dann sensible Bereiche, wo er wirkliche Schäden verursachen kann oder der (wachsende) Aufwand für Schnittmaßnahmen wird unzumutbar. In meiner
"FAQ Fassadenbegrünung" werden
einige daraus resultierende Schwierigkeiten detaillierter besprochen.
Auch von Efeu gibt es verschiedene Arten und jeweils etliche Sorten. Die meisten gehen auf die Arten
Hedera helix (kleinblättrig) und Hedera colchica (großblättrig) zurück.
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