Clematis-montana
Bergwaldrebe oder Anemonenwaldrebe

Fassadenbegrünung Thorwald Brandwein Polygrün Kletterhilfen Rankhilfen

Die Wildformen der Clematis, zu deutsch "Waldreben" sind fast auf der ganzen Welt verbreitet. Man schätzt, daß es bis zu 300 verschiedene Arten gibt. Hiervon sind etliche - natürlich vor allem attraktive und hierzulande klimagerechte Arten - im Handel Westeuropas erhältlich.

Clematis montana - starkwüchchsige Rankpflanzen für größere Kletterhilfen und Rankhilfen Clematis montana (Blüte)
Bergwaldrebe / Anemonenwaldrebe


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Clematis montana an kleinem Haus - gepflegt Gepflegte Clematis montana, knapp mitt-
lerer Größe. Blüten konzentriert auf
Westfassade (Sonne), aber an der Nordwand
Schatten) noch viele Knospen.  (04.07)

Clematis montana an schmaler Kletterhilfe
Clematis montana an Polygrün-Kletter-
leiter in aktueller Ausführung. 15 cm
Abstand zu gedämmter Fassade (WDVS).
Ausführung Köln 2002
Detailfoto (04.07) der Höhe ca. 5 - 6 m.


Clematis montana am Rankgitter
Zum Vergleich: Dünnere Profile werden bevorzugt bewachsen.

Die Anemonen-Waldrebe hat dreizählige Blätter. Sie blüht (wie der deutsche Name angibt) anemonenähnlich im Mai. Die sehr zahrleichen Blüten sind weiß bis rosa und etwas duftend. Mitunter gibt es einzelne Nachblüten bis zum Herbst.

Clematis montana ist sehr starkwüchsig. Laut älteren Literaturangaben wird sie bis acht Meter, nach aktuellen Quellen 10 Meter hoch. Einzelne, deutlich größere Exemplare (Wuchshöhe um 20 m) sind bekannt. An artgerechten Standorten und geeigneten Kletterhilfen dürften daher Wuchshöhen über 10 m die Regel sein.
Den Triebdurchmessern am Wurzelhals gibt die Literatur aktuell mit 5 cm an - ich tendiere dazu eher 8 cm anzunehmen. 5 cm Durchmesser erreichen auch Triebe bis etwa 4 m oberhalb des Wurzelhalses.
Wie bei vielen andere starkwüchsigen Rankpflanzen bilden die dünnen Triebe mitunter vorhangartig fallende Polster aus. Diese Eigenart kann man sich zunutze machen, um ausgehend von einem horizontal geführten Trieb, eine herabhängende Begrünung wachsen zu lassen. Allerdings ist die Tendenz zum vertikalen Klettern bei Clematis montana sehr ausgeprägt, so dass eine weiter herabhängende Begrünung nur erreicht werden kann, indem man regelmäßig leitet und schneidet. Anderenfalls bildet Clematis montana entlang der Krone einer Kletterhilfe einen weiten, aber nicht allzu langen (tief herabreichenden) Überhang und kahlt darunter auf.
Weite Überhänge stellen unweigerlich große Windangriffsflächen (parallel zur Wand) dar. Bei sehr dünntriebigen Kletterpflanzen verursacht darauf wirkender Winddruck eine Abdichtung gegenüber Durchströmung, weil sich Triebe und Blätter überlappend und eng übereinanderlegen. Seitenwind zerrt zusätzlich an Schleppen wie an einer Fahne (oder mehreren) und belastet damit die Kletterhilfen und deren Befestigung entsprechend. Bei Fassadenbegrünungen mit Clematis montana (und anderen starkwüchsigen, Kletterpflanzen mit weniger holzigen Trieben) ist daher den Windlasten besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Auch die Gewichte von Clematis montana sind (wegen der potenziellen Größe und der Laubmassen von Überhängen) nicht unbedeutend - erst recht nicht bei älteren vitalen Exemplaren. Ich empfehle eine diesbezügliche Überprüfung geplanter Verwendungen mittels meiner Online Maximalgewichtsabschätzung für ausdauernde Kletterpflanzen.

Zur Klettertechnik verweise ich auf meine Ausführungen über Clematis-Hybriden.
Allerdings bildet Clematis montana im Vergleich zu diesen relativ lange Blattstiele, mit denen sie sogar Profile bis etwa 85 mm Umfang (z.B. Zolldurchmesser, ca. 26 mm) vollständig umfassen kann. Tendenziell ist mitunter auch eine schwache Windebewegung solcher Triebe zu erkennen, die an einem senkrechten Profil (Stab/gespanntes Seil) anliegen. Dabei kann es sich allerdings um eine eher zufällige Erscheinung handeln, die von unbekannten äußeren Einflüssen verursacht wird.
In der Praxis erweist sich jedoch, dass sicherer linearer Wuchs (auch waagerecht) trotz der langen Blattstielranken von Clematis montana eher mit deutlich dünneren Profilen unterstützt werden sollte.
Selbst die links abgebildete "Kletterleiter" mit "nur" 20 mm Durchmesser der Vertikalprofile bietet an windexponierteren Standorten offenbar keine idealen Voraussetzungen zum Erklettern durch Clematis montana. Schon ein zusätzliches (mittiges) Stabprofil mit z.B. 8 mm Durchmesser und eine nur wenig größere Gesamtbreite hätte diese Kletterhilfe sehr viel pflanzengerechter gemacht. Darauf wurde jedoch im abgebildeten Fall aus (angeblichen) gestalterischen Gründen verzichtet.

Die Verwendung von Clematis montana als Kletterpflanze zur Fassadenbegrünung am Rankgitter oder an freistehden Rankgerüsten erfolgt nicht zuletzt wegen der frühen und dekorativen Blüte. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass diese Art am Vorjahresholz blüht. Schnittmaßnahmen sind - wenn überhaupt - nur unmittelbar nach der Blüte zu empfehlen. Daher bestehen nur beschränkte Möglichkeiten, die Wuchsform und/oder das Pflanzengewicht und Windlasten durch Schnittmaßnahmen zu steuern. Zu diesen rate ich aber insbesondere, wenn das bei dieser schnell aufstrebenden Clematis typische Aufkahlen gemindert werden soll. Es empfiehlt sich auch zur Vermeidung der eingangs angesprochenen weiten Überhänge, die das Aufkahlen zusätzlich begünstigen.

Clematis montana am Rankgitter
Überhang und Aufkahlung von Clematis montana an einem geeigneten Rankgitter. Die Kombination mit Efeu und Kletterhortensie mindert aktuell die optische Wirkung der Aufkahlung. Langfristig ist diese Maßnahme nicht pflegeleicht.

Über negativen Phototropismus von Clematis montana liegen keine Kenntnisse vor. Er erscheint mir (bei allen Blattstielrankern) weniger wahrscheinlich. Trotzdem halte ich die Verwendung von Clematis montana vor Fassaden mit offenen Fugen für nicht empfehlenswert. Gegen sie spricht die starke Wüchsigkeit und die recht große Wuchshöhe, die entsprechende Kontrolle verhindert. Offene Fugen bieten Clematis montana u.U. an Kanten zwar schlechten, aber - für eine Ausbreitung über eine Kletterhilfe hinaus - ausreichenden Halt. Das kann dazu führen, dass vor Fassaden mit offenen Fugen regelmäßig Schnittmaßnahmen in größerer Höhe notwendig werden, die je nach Fassadenbekleidung nicht vernachlässigt werden dürfen.
Die Lebenserwartung der Bergwaldreben schätze ich auf >25 Jahre.

© Thorwald Brandwein

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