Clematis montana (Blüte)
Bergwaldrebe / Anemonenwaldrebe
Gepflegte Clematis montana, knapp mitt-
lerer Größe. Blüten konzentriert auf
Westfassade (Sonne), aber an der Nordwand
Schatten) noch viele Knospen. (04.07)

Clematis montana an Polygrün-Kletter-
leiter in aktueller Ausführung. 15 cm
Abstand zu gedämmter Fassade (WDVS).
Ausführung Köln 2002
Detailfoto (04.07) der Höhe ca. 5 - 6 m.

Zum Vergleich: Dünnere Profile werden bevorzugt bewachsen.
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Die Anemonen-Waldrebe hat dreizählige Blätter. Sie blüht
(wie der deutsche Name angibt) anemonenähnlich im Mai. Die sehr zahrleichen Blüten sind weiß bis rosa und etwas duftend. Mitunter gibt es einzelne Nachblüten bis
zum Herbst.
Clematis montana ist sehr starkwüchsig. Laut älteren Literaturangaben
wird sie bis acht Meter, nach aktuellen Quellen 10 Meter hoch. Einzelne,
deutlich größere Exemplare (Wuchshöhe um 20 m) sind bekannt. An artgerechten Standorten und geeigneten Kletterhilfen dürften daher Wuchshöhen über 10 m die Regel sein.
Den Triebdurchmessern am Wurzelhals gibt die Literatur aktuell mit 5 cm an - ich tendiere dazu
eher 8 cm anzunehmen. 5 cm Durchmesser erreichen auch Triebe bis etwa 4 m oberhalb des Wurzelhalses.
Wie bei vielen andere starkwüchsigen Rankpflanzen bilden die dünnen Triebe mitunter vorhangartig fallende Polster aus. Diese Eigenart kann man sich zunutze machen, um ausgehend von einem horizontal geführten Trieb, eine herabhängende Begrünung wachsen zu lassen.
Allerdings ist die Tendenz zum vertikalen Klettern bei Clematis montana sehr ausgeprägt, so dass eine weiter herabhängende Begrünung nur erreicht werden kann, indem man regelmäßig leitet und schneidet. Anderenfalls bildet Clematis montana entlang der Krone einer Kletterhilfe einen weiten, aber nicht allzu langen (tief herabreichenden) Überhang und kahlt darunter auf.
Weite Überhänge stellen unweigerlich große Windangriffsflächen (parallel zur Wand) dar. Bei sehr dünntriebigen Kletterpflanzen verursacht darauf wirkender Winddruck eine Abdichtung gegenüber Durchströmung, weil sich Triebe und Blätter überlappend und eng übereinanderlegen. Seitenwind zerrt zusätzlich an Schleppen wie an einer Fahne (oder mehreren) und belastet damit die Kletterhilfen und deren Befestigung entsprechend. Bei Fassadenbegrünungen mit Clematis montana (und anderen starkwüchsigen, Kletterpflanzen mit weniger holzigen Trieben) ist daher den Windlasten besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Auch die Gewichte von Clematis montana sind (wegen der potenziellen Größe und der Laubmassen von Überhängen) nicht unbedeutend - erst recht nicht bei älteren vitalen Exemplaren. Ich empfehle eine diesbezügliche Überprüfung geplanter Verwendungen mittels meiner Online Maximalgewichtsabschätzung für ausdauernde Kletterpflanzen.
Zur Klettertechnik verweise ich auf meine Ausführungen über Clematis-Hybriden.
Allerdings bildet Clematis montana im Vergleich zu diesen relativ lange Blattstiele, mit denen
sie sogar Profile bis etwa 85 mm Umfang (z.B. Zolldurchmesser, ca. 26 mm) vollständig umfassen kann. Tendenziell ist mitunter auch eine schwache Windebewegung solcher Triebe zu erkennen, die an einem senkrechten Profil (Stab/gespanntes Seil) anliegen. Dabei kann es sich allerdings um eine eher zufällige Erscheinung handeln, die von unbekannten äußeren Einflüssen verursacht wird.
In der Praxis erweist sich jedoch, dass sicherer linearer Wuchs (auch waagerecht) trotz der langen Blattstielranken von Clematis montana eher mit deutlich dünneren Profilen unterstützt werden sollte.
Selbst die links abgebildete "Kletterleiter" mit "nur" 20 mm Durchmesser der Vertikalprofile bietet an windexponierteren Standorten offenbar keine idealen Voraussetzungen zum Erklettern durch Clematis montana. Schon ein zusätzliches (mittiges) Stabprofil mit z.B. 8 mm Durchmesser und eine nur wenig größere Gesamtbreite hätte diese Kletterhilfe sehr viel pflanzengerechter gemacht. Darauf wurde jedoch im abgebildeten Fall aus (angeblichen) gestalterischen Gründen verzichtet.
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