In der Vergrößerung ist die Stabordnung dieser Polygrün-Kletterhilfe besser zu erkennen.
Ein sehr weites Grundraster, gebildet nur von den beiden Randprofilen rechts und links und einigen
Waagerechten ist durch gegenläufig geneigte Stäbe verstrebt.
Üblicherweise legen wir diese Verstrebung auf eine engere rechtwinklige Klettermatte auf und erzielen dadurch noch höhere Steifigkeit in Ebene der Kletterhilfe.
Das daraus resultierende "Fachwerkmuster" bietet neben dem gewünschten statischen Vorteil, nicht durchhängen zu können, auch eine hervorragende Eignung für die meisten Kletterpflanzen.
Lediglich für sehr starkwüchsige Schlingpflanzen, wie Wisteria
und Celastrus, kommt eine solche Stabanordnung - ebenso wie ein klassisches "Rautenmuster", also Diagonalverstrebung ohne rechteckiges Grundraster)- nicht infrage.
Das klassische Rautenmuster - "echte" Rankhilfen, bzw. Rankgerüste - fertigen wir übrigens auch, allerdings nur in Breiten bis 1,20 m. Hier ist keine seitliche Verstärkung durch Rohre möglich. Der Rand wird durch ein Stabprofil gebildet. Bei gleicher Feldgröße wie eine Diagonalverstrebung auf Rechteckraster ist das reine Rautenmuster aus fertigungstechnischen Gründen bei geringer Stückzahl etwas teurer.
Das nachfolgende Bild zeigt eine ebenfalls vorgeständerte Kletterhilfe in Fränkisch-Crumbach. Auch hier bestand die strikte Forderung, keine Wandbefestigung vorzusehen. Gleichzeitig sollte die Kletterhilfe zur optischen Aufwertung des damals kahlen Schulhofes beitragen.
Vorgesehen war eine Bepflanzung mit Knöterich und man sagte mir dessen intensive Pflege zu. Unter diesen Vorgaben entwarf ich die abgebildete Kletterhilfe. Drei dreiachsig rohrverstärkten Polygrün-Klettermatten stehen in Fundamenten vor der Fassade und sind am Dach gegen Kippen gesichert. Jede äußere Matte ist durch einen Kreis, einen Bogen und zwei Diagonale verstrebt. Die mittlere Matte weist zusätzlich einen zweiten Kreis auf. Diese Verstrebungen bilden jeweils ein Baumsymbol.
Das Foto wurde am Abend direkt nach Anbringung gemacht und ist leider aufgrund der Licht- und Witterungsverhältnisse fast unbrauchbar. (Die kieselgraue Kletterhilfe hebt sich optisch ohnehin nicht von der hellgrauen Wand ab) Persönlich bin ich leider nach diesem Termin nie wieder in Fränkisch crumbach gewesen. Der Ort liegt leider zu tief im Odenwald, um dort "mal eben" für ein Foto vorbeizufahren.
 Fassadenbegrünug mit vorgeständerten Polygrün-Kletterhilfen
Im aktuellen Bemühen um ein besseres Bild erfuhr ich, dass die etwa 18 Jahre alte Kletterhilfe inzwischen nicht mehr begrünt ist. Zwischenzeitlich soll die Begrünung mit Fallopia aubertii sehr ansehnlich (schön) gewesen sein - insbesondere, weil sie die Strukturen der Kletterhilfe betonte.
Als jedoch der Knöterich (vermutlich wegen unzulänglicher Pflanzstellen) immer mehr kümmerte und schließlich einging, erfolgte bisher keine Neubepflanzung. M.E. ist ein derartiger Ausfall für Knöterich an bestimmten (windigen, heissen und trockenen) Standorten fast schon "typisch" zu nennen. (Vgl. auch meine Pflanzenbeschreibung unter Kletterpflanzen; Fallopia, Schlingknöterich.) Die Turnhalle steht auf einem Hügel, der asphaltierte Schulhof liegt in praller Sonne und die Begrünung befindet sich auf der Ostseite des Gebäudes im Regenschatten. Für eine erfolgreichere Neubegrünung wäre also die Verbesserung der Bodenverhältnisse (Pflanzstellen)und ggf. Installation einer Bewässerung notwendig. Selbst wenn diese Maßnahmen ergriffen würden, bliebe allerdings zu klären, ob man für diese Kletterhilfen keine geeigneteren Kletterpflanzen wählen kann. Mir fielen hierzu z.B. Kletterrosen ein.
|