Polygrün – die Kletterbasis

Rankgerüste / Rankanlagen, freistehend

Zum Firmenportät "T.B. Fassadenbegrünung"

Die Aufgabe, mit Kletterpflanzen einen Globus als "Haus" zu bauen - ein Vorhaben der Aachener Wohnungsbaugesllschaft, Köln - stellte eine wirklich ungewöhnliche Herausforderung für uns dar. Der Auftraggeber bestand dabei auf einer extrem filigranen Struktur und einer gewissen Maßstäblichkeit. Die wohl irgenwann im März 1991 geborene Idee sollte zum kommenden Tag der Umwelt (Umwelttag) also am 5. Juni umgesetzt sein. Nach kurzer Planungszeit und Entscheidungsphase erhielten wir im April den Auftrag zur Realisierung dieser ungewöhnlichen Laube - vorbehaltlich pünktlicher Lieferung.

Ein Rankgerüst dieser Größe können wir "am Stück" nur im Freien bauen. Eine Fertigung in Einzelteilen wäre auch nicht weniger aufwändig gewesen und hätte eine Vielzahl aufdickender Verbindungsstellen mit sich gebracht. Wir entschieden uns, nicht vor Ort, sondern im heimischen Betrieb zu arbeiten. So konnten wir die Laube am Stück fertigen und dabei günstiges Wetter besser ausnutzen. Fertigung vor Ort wäre mit jeweils drei Stunden Fahrzeit verbunden gewesen.
Natürlich resultierte aus dieser Entscheidung ein Tranportproblem. Aufgrund des geringen Gewichtes lag "fliegen lassen" nahe. Man hätte eine "Sack" drumnähen und das Ganze mit Helium füllen können.... Da dies aber die Einhaltung der Flugrichtung nicht gewährleistete, entschieden wir uns doch lieber für einen Hubschrauber.

Gesagt, aber noch lange nicht getan...So einfach war (ist?) es in Deutschland nicht, einen Hubschrauber mit außen hängender Last über Land fliegen zu lassen. Fast wären die erforderlichen Genehmigungen nicht rechtzeitig erteilt worden und als der geplante Flugtermin wegen Gewittern ausfiel, sah es kaum noch nach pünktlicher Lieferung aus.... Am Donnerstag den 30.5. klappte es dann doch und am Nachmittag stand der Globus bereit zur Beipflasterung und Bepflanzung. Das folgende Bild zeigt ihn am Mittwoch den 5.6. (Umwelttag 1991) während einer kleinen Einweihungsfeier.

Polygrün Rankgerüst Globus Düsseldorf bei Einweihung
Einweihung der "Globus-Laube" in Düsseldorf-Garath zum Tag der Umwelt 1991

Man erkennt eine Erstbepflanzung mit Efeu. Nun gut - es sollte eben verlässlich immergrün sein und wenn man Efeu ordentlich einsteckt kann man sicherlich eines Tages eine grüne Kuppel genießen.
Ich hatte ursprünglich eher an laubabwerfenden rankenden Bewuchs gedacht und für eine immergrüne Variante Lonicera henryi in Kombination mit anderen Geißblättern und Akebia vorgeschlagen. In der Begrünungspraxis scheint es jedoch leider nicht üblich zu sein, derartige Empfehlungen zu beachten.
Im Sommer 2000 fand ich Gelegenheit für einen Kontrollbesuch:

Rankgerüst, Laube Globus in Düsseldorf - Kletterpflanzen halbhoch
Begrünung der "Globus-Laube" in Düsseldorf-Garath im Sommer 2000

Nach neun Jahren Standzeit war der Begrünungserfolg mit Efeu nicht überzeugend - sogar noch weniger, als meinerseits erwartet. Das war wohl zwischenzeitlich auch dem Bauherren aufgefallen.
Statt sich aber auf die ursprüngliche Planung zu besinnen, oder nachzufragen, wie eine Verbesserung möglich wäre, wurde zusätzlich Wisteria sinensis gepflanzt.
Die Konstruktion ist aber nicht zum Bewuchs durch starktriebige Schlingpflanzen geeignet, da sie viele x- und y-förmige Kreuzverbindungen aufweist. Egal woraus solche Knotenpunkte bestehen - früher oder später werden sie durch Dickenwuchs deformiert.
Ein bisher letzter Besuch fand im Sommer 2004 statt:

Klettergerüst, Laube, Globus mit Kletterpflanzen bewachsen
Fast gänzlich geschlossen - Begrünung der "Globus-Laube" im Sommer 2004

Trotz all meiner Kritik der inzwischen ungeeigneten, sogar substanzgefährdenden Bepflanzung, überwog bei diesem Besuch der positive Eindruck. Egal ob von außen oder von innen - alle Perspektiven bieten faszinierende Blicke. Vor allem das Spiel von Licht und Schatten im Inneren lässt an Urwald denken und die Wohnsiedlung drumherum vergessen. Ohne dass man wirklich abgeschirmt von lokalen Einflüssen (z.B. Lärm) ist, fühlt man sich innen in dieser Kugel in eine andere Welt versetzt.

Es bleibt zu hoffen, dass der damit (endlich) erreichte Zustand durch kompetente Pflege bewahrt wird. Hierbei ist zusätzlich darauf zu achten, dass die o.a. Deformationen im Bereich der Verbindungsstellen rechtzeitig erkannt und durch Schnittmaßnahmen unterbunden werden. Dieser zusätzliche Aufwand wäre leicht vermeidbar gewesen.

Natürlich stellt ein solches Projekt eine vermutlich einmalige Ausnahme dar und kommt für kaum jemanden überhaupt in Betracht. Fast stellt sich die Frage: Was soll das?
Genau das fragten uns, während wir den Globus vor Ort montierten, die Mieter aus den anliegenden Häusern.
Eine ernsthafte Antwort lautet, dass dieses "Ding" - von den Anwohnern anfangs als "Papageienkäfig" mehr verspottet als gelobt - z.B. seine angestrebte Funktion als "Identifikationsmarke" ziemlich schnell erfüllt hat. Es wurde zum lokalen Treffpunkt und wird für Freizeitaktivitäten genutzt.
Weniger ernsthaft könnte man hinzufügen, dass ich mir damit die Berufsbezeichnung "Biotekt" verdient habe - oder dass es sich um Kunst handelt.
Für mich personlich ist relevant, dass gerade solche herausragenden Projekte i.d.R. Innovationen erforderlich machen und meine Erfahrungen wesentlich schneller bereichern als das Alltagsgeschäft. Ohne Projekte, die mehr Können erfordern als letztes Jahr benötigt, würden wir heute noch bestenfalls Latten auf Fassaden nageln..... Alle Projekte, die mit besonderen Anforderungen behaftet sind, nutzen daher jedem künftigen Kunden.

Im Grunde genommen handelt es sich bei diesem außergewöhnlichen Rankgerüst, das sich als Welt darstellt, (wie eingangs bemerkt) um einen vergrößerten Polygrün-"Iglu" und einen solchen kann man fast überall aufstellen.
Einer steht sogar - nachdem ein paar junge Leute ihn mittels Seil außen die Fassade heraufgezogen haben - auf einer Dachterrasse (etwa 5. Stock) in Berlin. Man sieht ihn, wenn man von der Bismarckstr. aus in die Leibnitzstr. hinein nach links oben blickt.

Jeder, der schon einmal in einer solchen halbkugelförmigen Laube gesessen hat, kennt die überraschend "umhüllende" Wirkung selbst der kahlen Konstruktion. Z.B. wurde es von unseren Messestandbesuchern immer wieder als äußerst wohltuend empfunden, sich in unserem "Messeiglu" zu entspannen. Viele Besucher fühlten sich gegenüber dem Trubel in direkter Nähe wirkungsvoll abgeschirmt. Manche Standnachbarn nutzten diesen als ruhig empfundenen Platz für intensivere Gespräche mit Kunden. Die zwei, drei Kletterpflänzchen, die für Dekorationen im Winterhalbjahr aufzutreiben sind, tragen sicherlich wenig zu dieser Wirkung bei.

Polygrün Rankgerüst Iglu für Kletterpflanzen
Schon kaum berankt wird das Innere eines "Iglus" (Polygrün-Rankgerüst) als Ort der Ruhe empfunden.
Sonderanfertigung mit 3,50 m Durchmesser

"Iglus" im Durchmesser von 2,5 bis 3 m (d.h. etwas kleiner als oben abgebildet) verkaufen wir überwiegend an Privatkunden, öfter aber auch an Kommunen zur Ausstattung von Spielplätzen und Friedhöfen. Vor Ort müssen sie nur in einem 30 bis 40 cm tiefen ringförmigen Graben versenkt werden, der anschließend gleich als Pflanzstelle aufbereitet wird. Wir richten sie aber natürlich auch in geeigneter Weise zur Aufstellung auf harten Untergründen (z.B. Terrassenbelägen) vor.


Für weitere Informationen zu freistehenden und angelehnten Rankgerüsten
besuchen Sie bitte auch unsere allgemeinen Ausführungen über Pergolen

Zurück zur zuletzt besuchten Seite oder weiter zu:

Polygrün - die Kletterbasis zur Fassadenbegrünung