Fassadenbegrünung

Vorausschätzung maximaler Gewichte von Fassadenbewuchs mit Kletterpflanzen
(Überarbeitet am 01.10.11)

2011 hat auf dem Gebiet der Fassadenbegrünung viel Neues gebracht.(Vgl. "Soll & Ist" Fassadenbegrünung.) Für die statischen Aspekte traditioneller Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen ist die überfällige Erkenntnis "Ohne Pflege wird es nichts!" von besonderer Bedeutung. Alle bisherigen Empfehlungen für die Ermittlung von Lastannahmen gehen von ungepflegtem Fassadenbewuchs aus - insbesondere von der Unterlassung periodischer Rückschnitte. Dimensionierung, bzw. Prüfung technischer Gegebenheiten unter dieser Annahme bietet maximale Sicherheit(en) auch unter dem Aspekt einer Verwahrlosung.
Heute wissen wir aus Erfahrung, dass Rückschnitte (i.d.R. mindestens jährliche) unverzichtbar sind. Die im September 2011 veröffentlichten Ausschreibungsempfehlungen der FBB e.V. (hier für "Bodengebundene" Fassadenbegrünungen) enthalten Angaben zu den erforderlichen Pflegemaßnahmen. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass Pflegeempfehlungen künftig allgemein Beachtung finden kann man mit teilweise erheblich reduzierten und deutlich einfacher zu ermittelnden Lastannahmen planen und konstruieren.

Ab sofort kann die Dimensionierung von Kletterhilfen zur Fassadenbegrünung also alternativ durchgeführt werden. Bitte wählen Sie eine Vorgehensweise:

Abschätzung der Maximallast

Hier wird das bisher generell empfohlene Verfahren vorgestellt, nach dem situtionsspezifisch entsprechend der Größe einer zu begrünen den Fläche (Wand oder Kletterhilfe) für eine bestimmte Bepflanzung (Kletterpflanze der vorgesehenen Art) ein maximales Sommergewicht des gesamten Bewuchses ermittelt werden kann. Der Aufsatz enthält außerdem Angaben zur Berücksichtigung von Wind-, Schnee- und Eislasten.
Diese Vorgehenweise entspricht dem Stand der aktuellen "Richtlinie zur Planung, Ausführung und Pflege von Fassadenbegrünungen mit Kletterpflanzen". Es ist auch zur Ermittlung von Lastannahmen für Selbstklimmer geeignet

Ermittlung einer Lastklasse

Bei regelmäßig geschnittenen und ggf. verjüngten Kletterpflanzen nivellieren sich die Unterschiede der Arten hinsichtlich Wuchsstärke und Triebdurchmessern so, dass die zu erwartenden Lasten primär aus der Begrünungshöhe und Windeinflüssen resultieren. Extreme Überhänge, die maßgeblich zu Maximallasten führen, werden beseitigt, ehe sie unter statischen Aspekten relevant werden.
Mittels einer Lastklasse lassen sich die anzunehmenden statischen Anforderungen an Kletterhilfen und deren Befestigung eindeutig benennen. Das Verfahren eignet sich für alle gepflegtn Fassadenbegrünungen mit Gerüstkletterpflanzen.

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