| Beispiel 6 |
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"Anlage überhöhter und zu kleiner Pflanzstellen ohne Möglichkeit zu ausreichender natürlicher oder künstlicher Bewässerung der Kletterpflanzen"

Foto 6 a und b - Schlechte und bessere Pflanzstellen für Kletterpflanzen am Haus
Links:
Diese Pflanzstelle darf als stellvertretend für die praxisübliche Standardausführung gelten - überhöht, klein und weder mit einer automatischen Bewässerung ausgestattet, noch wenigstens mit ein wenig Platz für ein paar Liter Gießwasser oberhalb der Substratfüllung. Hohe Einfassungen (die eher weniger als mehr vor Hundeurin schützen) bewirken an sonnigen Standorten hohe Bodentemperaturen und schnelle Austrocknung.
Üblicherweise wird auch gerne dafür gesorgt, dass kein Niederschlag über natürliches Gefälle einer Pflanzstelle zufließen kann. Schließlich hat Wasser direkt am Haus nichts zu suchen. Das ist natürlich auch richig, aber letztlich ist Niederschlagswasser nicht nasser oder aggressiver als Zusatzwasser....
In einer Pflanzstelle wie dieser ist jede Neupflanzung, aber auch manche etabliertere Pflanze - vor allem im Regenschatten von Bauwerken - auf regelmäßiges Zusatzwasser angewiesen. Wenn solches wegen hoher Substratfüllung nur "tröpfchenweise injiziert" werden kann, reicht auch die Geduld manches engagierten Pflanzenfreundes (ggf. eines "Paten") mitunter nicht zum Erhalt eines Fassadenbewuchses bis dessen Wurzeln tief genug reichen.
Insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Kletterpflanzen extrem viel Wasser benötigen, haben Fachbetriebe i.d.R. etwas anderes zu tun, als mitten in Städten einzelne Pflanzen zu wässern. (Auch Problematik der Anfahrt.) Auch die Hausbesitzer oder einzelne Freiwillige sind in dieser Hinsicht nicht absolut zuverlässig - viele machen auch mal Urlaub.
Rechts:
Die dünnwandige Einfassung (hier aus dem Abschnitt eines Abwasserrohres D 100) dieser Pflnazstelle liegt knapp unterhalb dem umgebenden Pflaster, das zur Pflanzstelle hin ein leichtes Gefälle aufweist. Der einteilige Rohrabschnitt benötigt keine innere Betonstütze, die den Pflanzraum zusätzlich mindern würde und die abgesenkte Substratfüllung lässt Raum für größere Mengen Gießwasser.
Gelegentlich sammeln sich in dieser Pflanzstelle Abfälle, die der Wind heranweht. Sie lassen sich schnell einzusammeln und entfernen.
Eine Pflanzstelle (egal ob für Kletterpflanzen oder andere) kann bei Bedarf wirkungsvoller als durch Überhöhung vor Hundeurin geschützt werden. Dazu später einmal mehr, wenn einige patentrechtliche Fragen geklärt sind.
Beide Fotos belegen durch erkennbare Feuchteeinwirkung im Wand- bzw. Mauerbereich, dass auf Dauer eine Abdichtung oder Abtrennung von Pflanzstellen zum Bauwerk hin erforderlich - zumindest zweckmäßig - ist.
© Thorwald Brandwein
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