| Beispiel 3 |
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"Einsatz von "Schwergewichten" (u.a. "Starkschlinger") trotz unzulänglicher statischer Voraussetzungen seitens Fassade oder Kletterhilfe. Auch zu geringe Haftung von Selbstklimmern auf Flächen."

Fotos 3 a und b - Beispiele zur Überlastung von Kletterhilfen (hier Drahtseil) durch Bewuchs mit Kletterpflanzen
Für dieses Motiv habe ich leider kein wirklich positive(re)s Bild gefunden....
Links:
Die Befestigungen sogenannter Rankseile in lächerlichem Abstand, über die eine Mastbegrünung (absolut unangemessen) mit Wisteria sinensis (linkswindend; schlingend ) erfolgen sollte, hat nach wenigen Jahren völlig versagt. Durch Abriss der obersten Befestigungen (leider nicht fotographierbar) blieb die Straßenlampe immerhin stehen....
Rechts:
So stellt sich das absehbare Versagen von Gerüstösen oder ähnlichen "Primitivhaken" als Seilhalter für einen potenziell schweren Bewuchs dar. Immer wieder werden in der Praxis Seilendpunkte durch Halter gebildet, die aufgrund ihrer Auskragung (Hebellänge) langzeitig nur geringe Lasten tragen können. Solche Befestigungen gestatten es meist noch nicht einmal, eine beachtenswerte Seilspannung einzustellen, mit der sich ein Seil besser fixieren lässt. Auch hier trat das Versagen schon nach kurzer Standzeit auf.

Fotos 3 c und d - - Haftvermögen von Selbstklimmern - doch eine begrenzte Größe!
Obwohl Selbstklimmer entlang ihrer Triebe üblicherweise so viele Haftorgane bilden, dass damit ein Vielfaches des Pflanzengewichtes getragen werden kann, tritt auf kleinen Flächen immer wieder eine Ablösung des selbstklimmenden Bewuchses auf.
Links:
Aufgrund jahrelangen Versäumens jeglicher Schnittmaßnahmen am geraden Lampenmast (Beton) ist der Wilde Wein daran herabgerutscht. Auch danach erkennt offensichtlich bisher kein Verantwortlicher irgendeinen Handlungsbedarf. "Das krabbelt wohl schon wieder rauf..." Niemand denkt daran, dass der so immer dicker werdende Bewuchs zusätzliche Windlasten mit sich bringt.
Rechts:
Diese Lampe ist m.W. mindestens 5 Jahre länger Jahren begrünt als die links abgebildete. Der Bewuchs hält (am wesentlich windexponierteren Standort) aufgrund mindestens jährlichen Rückschnittes und begünstigt durch die Biegung des Mastes.
Das nachfolgende Foto 3e veranschaulicht die Erklärung des Phänomens:
Mit zunehmendem Alter, bzw. steigender Triebdicke lässt der Halt von Selbstklimmern nach, da die abgestorbenen Haftorgane abreißen, teilweise auch einfach verrotten. Durch die teil-weise "Belegung" der Fläche (hier Lampenmast) mit den älteren Trieben - die ihrerseits nur noch an "frischeren" (jüngeren) Haftorganen weiter oben vor der Fläche hängen - kann eventueller Neu- oder Seitenaustrieb keine oder nur wenige Haftorgane direkt auf dem belastbaren Untergrund platzieren. Die Pflanze macht vorwiegend an sich selber fest.
Im Laufe der Jahre wandert auf diese Weise der verlässliche Direktkontakt zum Untergrund immer weiter nach oben und erreicht eines Tages das obere Ende der Fläche. Für alle klein-flächigen Begrünungen mit Selbstklimmern beginnt spätestens damit das Nachlassen ihres Gesamthaftvermögens bei gleichzeitig durch Überhänge oder buschigeren Wuchs steigendem Flächengewicht und zunehmenden Windlasten.

Fotos 3e - Ablösung von Trieben und behinderte "Neuanheftung" von Selbstklimmern auf kleinen Flächen

Fotos 3f - Begrünung eines klimatechnischen Bauwerkes mit Wildem Wein, dem ebenfalls vorzeitige
Ablösung droht, da die begrünbare Fläche zu klein ist.
Unterlassung von Schnittmaßnahmen kann hier sogar Funktionsstörungen der zentralen Klimaanlage (Unikliniken Bonn-Venusberg) verursachen. Wenn aber konsequent geschnitten wird, um ein Eindringen der Triebe zu verhindern, wird sich der Wilde Wein über kurz oder lang von der Putzfläche lösen.
© Thorwald Brandwein
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